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Start Matchberichte S’Zwei – FC Rafzerfeld

S’Zwei – FC Rafzerfeld

 

Endlich war es soweit, das Spiele aller Spiele (oder wie Stögginho so schön sagt: der Grossvater aller Spiele) stand vor der Tür. Der 1. gegen den 2. im letzten Spiel mit nur einem Punkt Unterschied. Was für eine Affiche!

Unsere beiden Coaches wollten für diesen Moment nichts dem Zufall überlassen und haben den ganzen Morgen perfekt organisiert.

Man traf sich bereits um 8.15 (am Morgen!!(Matchbeginn war 10.00Uhr)) um genügend Zeit für die minutiöse Vorbereitung zu haben.

 

Um ein bisschen den Kopf frei zu bekommen und um auch die Augen vom letzen Sandmännchenstaub zu befreien, unternahm man zuerst einen kleine Spaziergang. Müller hatte sogar noch die Hoffnung, dass dieser Spaziergang das Einlaufen ersetzten würde, denn er war schon nach den ersten 10 Metern platt. Nach der Wanderung (waren ca. 23 km (auf den Munot und zurück)) versuchten wir unsere Trikots aufzuteilen. Das grosse Problem dabei war, dass wir zu diesem Spiel mit ca. 38 Spieler im Aufgebot definitiv zu wenig Trikots hatten. Und so kam es, dass Franchi sich in heisse Hotpants zwängen musste da es keine anderen Hosen mehr gab. Dies war aber nicht all zu schlimm, denn wir wollten ja auch was für die zahlreichen Zuschauerinnen bieten.

 

 

 

Die Anspannung in der Kabine war deutlich spürbar, ja man konnte sie sogar riechen. Wobei ich direkt neben Anti sass und eventuell durch das viele Tigerbalsam ein bisschen benebelt war. Aber man fühlte auch, dass die Mannschaft parat und heiss auf das Match war. Diese positive Anspannung machten sich auch unsere Trainer zu nutze und hielten die wohl inspirierenste Ansprache die das Zwei je gesehen hatte. Dabei griffen Sie auch auf sämtliche multimedialen Gerätschaften zurück die das Clubhaus zu bieten hatte. Päde hat wohl auch noch extra dafür einen Anfänger Kurs für Computer und so besucht.

Es bewährte sich auf jeden Fall denn die Mannschaft wusste danach über alle wichtigen Details bescheid. Man wusste sogar wo der Gegner seine Stärken und Schwächen hat und um dieses ganze Wissen noch mal zu verinnerlichen (die gewöhnliche Aufnahmekapazität des Gehirns eines Zweiers ist eher limitiert (beschränkt sich üblicherweise auf Bier, Brüste, Busen, Cordonblö, Schnäpse und nackte Weiber)) wurde eine weitere super Trick angewendet. Päde wollte uns eigentlich mit Döbeli zusammen (im Kanon) „You’ll never walk alone“ (aus dem berühmten Film Kevin allein zu Hause) vorsingen, doch leider versagten Ihre Stimmen und so musste der CD-Player arbeiten.

Das erste Mal in dieser Saison lief das Zwei auch mit seinem 3. Torhüter auf. Viele wissen es vielleicht noch nicht aber neben Schürzenjäger D. Müller und Lö Gogg, ist auch El Salva-toooooor leidenschaftlicher Goalkeeper.

Die 18 Auswechselspieler die ihn einschossen waren überrascht mit was für einer Leichtigkeit sich Salvi zwischen den Pfosten bewegte, es hatte beinahe die Grazie einer Gazelle (wie zu Seeman’s besten Zeiten).

Danach war es endlich soweit, der Schiri pfiff und das Spiel konnte starten. Für die nächsten Stunden waren die Augen des Weltfussballs nicht auf Südafrika gerichtet sondern auf die wunderschöne Wylandarena. Leider konnte Sepp Blatter nicht dabei sein, da er sich gerade für die nächsten und übernächsten Endrundenturniere schmieren liess.

Das Spiel startete sehr ruhig und ereignisarm, dies aber auch nur weil sich niemand einen Fehler leisten wollte. Es war dann aber das Zwei, dass zu ersten guten Chancen kam, aber leider im Abschluss harmlos blieb. Bei Rafzerfeld war der Druck spürbar grösser, denn Sie konnten ihre Schnelligkeit nur selten ausspielen. Dies natürlich auch weil einmal mehr unsere Abwehr (die beste der Welt) souverän aufspielte. Irgendwann war es dann soweit und das erste Tor viel, erfreulicherweise zu unseren Gunsten. Und mit Beat traf eigentlich genau der richtige Mann, war er doch beim Hinspiel in Rafzerfeld so unglücklich und vergab beste Chancen, so konsequent und eiskalt war er heute und nickte sehenswert mit dem Kopf zum 1-0 ein. Ich muss zu geben, dies war wohl eines der besten und wichtigsten Tore dieser Saison. Die Freude in der Wylandarena war riesig, selbst Gilbert Gress meinte „so etwas habe er noch nie erlebt, c’est fantastique!“ (er ist ja immer noch an einem Job beim Zwei interessiert … Scout oder so).

Die Mannschaft spielte nun befreiter auf auch weil man wusste, dass Rafzerfeld nun 2 Tore brauchte um das Spiel noch zu kehren.

Trotzdem war das Spiel ja noch lange nicht fertig (leider). Bei einem Eckball für Rafzerfeld passierte es dann. Der Eckball war eigentlich ungefährlich aber aus irgendeinem Grund pfiff der Schiri irgendwas ab. Es herrschte Verwirrung bei allen Anwesenden weil man sich nicht sicher war ob er nun Foul für oder gegen uns pfiff. Es stellte sich dann heraus, dass es gegen uns war und das hiess Penalty. Später stellte sich heraus das wohl Claudio der Übeltäter war, somit schuldet er uns noch ne Runde Bier. Nun zurück zum Penalty. Rafzerfeld verschoss, bzw. Gerd Müller hielt mirakulös! Dies war wohl der entscheidende Moment des Spieles, denn ich möchte nicht wissen, was passiert wäre wenn Rafzerfeld den Ausgleich erzielt hätte. Der Match war emotional nun fast nicht mehr zu ertragen, ja beinahe schon kitschig (die Drehbuchautoren von „gute Zeiten schlechte Zeiten“ erblassten vor Neid). Dies war aber noch lange nicht alles von der ersten Halbzeit. Claudio Grisenti the Big, gab ja heute nach seiner langen Verletzungspause (Sexverletzung) sein Comeback auf der linken Aussenbahn. Päde wollte mit dieser Nominierung wohl ein Übergewicht auf der linken Platzhälfte schaffen … Claudio war es dann auch der eine mustergültige Flanke auf den jungen Zuber schlug, der nur noch den Fuss hinhalten musste und schon stand es 2-0. Danach war dann endlich Pause und wir konnten ein erstes Resume ziehen. Die Live-Tabelle sagte uns, dass wir mit 4 Punkten Vorsprung auf Rafzerfeld aufsteigen werden, trotzdem war es immer noch möglich auch mit 2 Punkten Rückstand unten zu bleiben.

Auf geht’s in die 2 Halbzeit, die letzten 45 Minuten die noch über den Ausgang der kompletten Saison entscheiden konnte.

Mann hatte aber immer das Gefühl, das Rafzerfeld sich innerlich schon aufgegeben hatte. Die Zweier Abwehr arbeitete weiterhin tadellos und Müller übernahm den Rest. Dennoch konnten unsere Gegner den Anschlusstreffer realisieren obwohl sich Müller und Rölle vehement dagegen wehrten und den Ball mehrmals knapp vor der Linie klärten, irgendein Nachschuss landete halt dennoch im Tor.

Es keimte noch mal Hoffnung auf und Rafzerfeld wollte das Spiel noch kehren, doch sie scheiterten immer wieder an Müller oder schon in der Abwehr (ich sag es immer wieder gerne, diese Abwehr war genial!). Und wenn Müller und seine Abwehr Kollegen geschlagen wahren, dann landete der Ball am Gehäuse, was zum Glück nur einmal vorkam.

Die Kraft reichte aber nicht für mehr und somit spielte das Zwei den Match souverän zu Ende und sicherte sich so den verdienten Aufstieg in die 4. Liga.

Als der Schiri dann das Spiel effektiv abpfiff, begann nun offiziell die 2. Halbzeit der Aufstiegsfeier!

Unsere Gegner nahmen wir zu diesem Zeitpunkt leider schon nicht mehr wahr, die Freude war so gross. Wir sind ihnen aber jetzt im Nachhinein sehr dankbar für diese spannende Saison, die uns unheimlich viel Spass gemacht hat und uns einen der emotionalsten Momente der Fussballgeschichte bescherten(kommt direkt nach dem Champions League Final von 99).

Endlich durften wir auch das Meistershirt tragen, dass Cello extra für uns noch entworfen hat und in mühsamen Nachschichten fertig gestrickt hat.

Hier noch eine kleine Anmerkung fürs nächste Mal, die Schönsten waren wir schon immer und bleiben wir auch immer, diesen Punkte hätte man also auch gut schon fix aufdrucken können (ok gut dann hätte man bei praktisch allen auch „blöd“ ankreuzen müssen). Egal, das Bier Floss in Mengen, dass uns freundschaftlicherweise gesponsert wurde (vielleicht würden wir ja öfters Aufsteigen wenn der Lohn dafür immer so attraktiv ist). Auch die Würste waren fürs Zwei um sonst, wobei man ja auch dem Zwei dankbar war, da ja an diesem Tag so viele Zuschauer anwesend waren die sich alle auch was zur Verpflegung kauften (wir Zweier sind halt auch noch Marketing-Genies). Selbst unser erschöpfter Trainer liess sich nicht lumpen und stellte uns eine volle Harrasse (ca. 800 Liter) von seinem edelsten Wein zur Verfügung! Ach ja und natürlich durften die Zwei-Meisterzigaren auf keinen Fall fehlen, welche von Peter Wipf gesponsert wurden (Dankeeeeeee!!).

Das Rauchverbot in der Kabine wurde strikte ignoriert und unter der Dusche wurde weiter gesungen und gesoffen. Leider aber musste ich diversen Zweiern versprechen das ich gewisse Eskapaden nicht in meinem Bericht erwähne (z.B. Eggli der das dringende Bedürfnis hatte an einer Stange zu tanzen, oder Stögge der die ganze Zeit seine Seife fallen lies und wollte, dass sie jemand anders für ihn aufhob oder auch Anti der uns offenbarte, dass er mal von Aliens entführt worden ist, oder aber auch Streller der andeutete, dass das Einstandsfest von Eggli, Brantschen und ihm möglicherweise nie statt gefunden hat und auf einer immensen Lüge basiert, etc.).  Brantschen al Tscha SiRa (in Insiderkreisen wird er auch „der Wüstenfuchs“ genannt) gab übrigens an diesem Tag auch sein Comeback auf der Bank, eine wirklich solide Leistung, nach der langen Verletzungspause (er schürfte sich vor 2 Jahren das Knie auf, zum Glück hat ihn seine Mutter damals direkt von der Rega abholen lassen).

Solid war auch die Leistung von Stögge der von Claudio wieder einmalmehr dazu angestiftet wurde viel Bier zu trinken und darum den Schirm schon früh schliessen musste. Auch Anti meldete sich für längere Zeit ab und konsultierte die schöne Clubhaus-Toilette.

Die Gesprächsthemen entfernten sich nun von Fussball, Aufstieg etc., ab nun an diskutierte man ob es wohl Sinn machen würde Wein grün zu färben oder ob Cordonbleu „blutt“ (im Sinne von nackt) das neue Nationalgericht werden sollte. Neben bei plätscherte noch die WM, die ja aber noch nicht richtig lanciert wurde da die Schweiz noch nicht ins Turnier eingestiegen ist und Spanien mit 0-1 weg geputzt hat!

Abschliessend und nüchtern betrachtet, bleibt zu sagen, dass dies wohl die beste Saison war, die das Zwei je gesehen hat (bzw. solange ich das 2 kenne). Ich hoffe wir können dieses Feeling mit in die nächste Meisterschaft in der 4. Liga nehmen, ob schon wir uns da in jedem Spiel gegen den Abstieg wehren müssen und nicht mehr um einen Platz an der Sonne kämpfen werden. Auch werden wir nicht mehr gegen so charmante Mannschaften (wie Turbenthal) spielen dürfen was wir Zweier natürlich auch zu tiefst bedauern. Nun zum Schluss noch zu den Danksagungen, die ich wie immer im Namen von allen Zweiern vornehme. Der grösste Dank gebührt wohl unseren beiden Coaches, die uns unermüdlich eingeredet haben, dass wir aufsteigen (bis es auch der Letzte geglaubt hat), die uns immer wieder mit grosser Freude spannende Trainingseinheiten gestalteten (mit vielen Sprints die wir ja sooooo lieben). Auch ein grosser Dank gebührt unseren treusten Fans, den Müllers (Andrea und Rolf) und auch Peter Wipf die uns immer tapfer bei all unseren Spielen unterstützen (in guten wie auch in schlechten Zeiten). Zuletzt möchten wir gerne noch uns selber danken, weil wir 1. geili Sieche sind 2. die Schönsten sind und 3. aufgestiegen sind!

 

Euch allen noch einen schönen Sommer und bis zur nächsten Saison wieder in der 4. Liga!!!!!!!!!!!

Aktualisiert (Samstag, den 26. Juni 2010 um 11:17 Uhr)